Hat Minecraft Speed-Running das Potenzial zum eSports-Klassiker?

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Hat Minecraft Speed-Running das Potenzial zum eSports-Klassiker?

eSports erleben derzeit einen wahren Hype. Ganz gleich, ob Sportsimulation, Ego-Shooter oder Echtzeit-Strategie, das Zocken gegeneinander erfährt einen echten Boom. Vor allem durch das Internet und die Möglichkeit, gegen Spieler weltweit anzutreten, hat die Gaming-Branche eine ganz neue Qualität erfahren. Innerhalb des eSports-Kosmos entstehen immer mehr Verbände und organisierte Strukturen. So überrascht es nicht, dass die großen eSports-Events Millionen von Menschen vor die Bildschirme und Tausende in die Hallen locken. Im Folgenden soll es um den Einfluss von Minecraft im eSports gehen. Denn auch wenn das Computerspiel einen ähnlichen großen Hype erfahren hat wie eSports im Allgemeinen und die verschiedensten Add-Ons für das Spiel verfügbar sind, ist Minecraft in der „professionellen Gamingwelt“ eher weniger gefragt. Wir schauen, welches Potenzial das sogenannte Speedrunning im Minecraft hat.

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Was ist Minecraft Speedrunning?

Für viele Leute, die Minecraft nur nebenbei spielen, geht es in erster Linie gar nicht darum, ein Level zu absolvieren, sondern einfach eine eigene Welt zu erbauen – und auch wenn sie das eigentliche Spielziel verfolgen, manchmal dauert es Wochen, bis man ein Level durchquert hat. Im Minecraft Speedrunning hingegen steht der Kampf gegen die Uhr auf dem Programm. Die Spieler versuchen, so schnell wie möglich eine Welt zu durchqueren. Im Grunde genommen hat das Ganze etwas von einem Jump ’n‘ Run-Game und eignet sich somit auch für eSports. Immerhin wird eSports immer beliebter und wird manchmal sogar schon als Olympische Sportart in Betracht gezogen. Wie groß der Boom ist, erkennt man unter anderem an den zahlreichen Wettmöglichkeiten im Internet. Bei Betway beispielsweise kann man auf den Sieger der ESL One in New York setzen. Hier ist Liquid mit einer Quote von 2,55 der Favorit (Stand: 29.8.2019). Neben den traditionellen Sportarten bietet dieser bekannte Buchmacher also auch eSport an – ein Hinweis auf die steigende Nachfrage nach dieser Wettmöglichkeit vonseiten der Sportinteressierten. Vielleicht wird man früher oder später auf die schnellsten Läufer beim Minecraft Streetrunning setzen können.

Welche Arten des Speedrunnings gibt es?

Speedrunning ist nicht gleich Speedrunning. Innerhalb dieser „Disziplin“ gibt es verschiedene Varianten des Rennens. Bei der sogenannten „any%“-Variante geht es einfach darum, mithilfe aller verfügbaren Tools so schnell wie möglich durch das Level zu rasen. Dabei gilt es auch, diverse Bugs und Glitches zu nutzen. Hier können natürlich Boost Texture Packs extrem hilfreich sein.

Eine andere Variante ist das „any% glitchless“. Wie der Name schon vermuten lässt, geht es hier ebenfalls darum, möglichst schnell ans Ziel zu kommen, das allerdings ohne jegliche Glitches.

Die dritte Variante ist das sogenannte „Seed-Running“. Unter den Seeds versteht man spezielle Codes, die einem einen bestimmten Weg in einer Welt zeigen, auf dem du alle möglichen Dinge einsammeln kannst. Bestimmte Items und andere Schätze sind mit einem roten Kreuz markiert. Etwaige Codes generieren gleiche Welten. Hier können die Spieler dann den besten Weg trainieren. Besonders bemerkenswert ist ein Speedrun aber gerade dann, wenn man in einer komplett zufälligen Welt eine Bestzeit hinlegt. Der Spieler Illumina1337 beispielsweise hat dies zu Beginn 2018 in etwas über 27 Minuten geschafft und damit einen Rekord aufgestellt. Mittlerweile hält diesen allerdings der Spieler Lide mit 25 Minuten und 36 Sekunden.

Die Rekorde fallen in Rekordzeit

Im Grunde genommen ist es relativ schwierig, über Rekorde im Speedrunning zu schreiben, da diese immer wieder neu aufgestellt werden. Auf Speedrun.com kann man trotzdem immer die aktuellsten Bestzeiten einsehen. In der Kategorie Set Seed, also den eingeübten Maps, führt derzeit der Franzose MathoX mit 5,34 Minuten. Auf Platz zwei liegt mit HawaiiValle ein Deutscher, dessen Videos man auf dem Streamingportal Twitch verfolgen kann. Er brauchte 22 Sekunden länger als sein Konkurrent. Einige Spieler nutzen auch bestimmte Hilfsmittel, wie TAS, den Tool Assisted Speedrun. In gewisser Weise spielen die Speedrunner hier gegen das Spiel. Man versucht einfach die Ideen der Entwickler in Rekordzeit zu schlagen.

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Set Seed Speedruns im Wettbewerb?

Einen Wettbewerb unter den Speedrunnern gibt es auf jeden Fall schon. Nun stellt sich die Frage, wie sich dies als erfolgreiches eSport-Event vermarkten lässt. Man könnte beispielsweise vor einem Wettbewerb eine Map festlegen, auf der sich die verschiedenen Runner messen. Mit dem richtigen Marketing-Konzept kann das Potenzial auf jeden Fall ausgeschöpft werden. Immerhin gehört Minecraft immer noch zu beliebtesten Games zwischendurch und erreicht eine Vielzahl an Spielern auf der ganzen Welt. Für die Soft- und Hardwarehersteller von verschiedenen Texture Packs dürfte Minecraft im eSports eine wahre Goldgrube werden.

Hinweis: Spiel mit Verantwortung. Spielteilnahme ab 18 Jahren. Glücksspiel kann süchtig machen. Mehr Infos unter: www.spielen-mit-verantwortung.de